Museum Alte Schule

  

Kirchplatz 4

96114 Hirschaid

 

Öffnungszeiten:

 

Samstag und Sonntag 13-17 Uhr sowie nach Vereinbarung

 

Eintritt:

 

1,50 € (ermäßigt 1,00 € für Schüler, Jugendliche und Mitglieder der Kunst- und Kulturbühne e.V.)

 

Hinweis: Das Museum "Alte Schule" ist barrierefrei zugänglich. Im EG befindet sich zudem eine behindertengerechte Toilette.

 

 

Die Alte Schule in Hirschaid wird seit ihrer Sanierung im Jah 2000 als Kulturzentrum genutzt. In ihr trifft sich das musikalische Leben. Neben dem Gesangverein Hirschaid 1900 e.V. hat im 1913 errichteten Schulgebäude auch die Chorjugend Hirschaid e.V. eine Heimat gefunden.

 

Das Museum Alte Schule wurde am 13. Oktober 2007 mit einem Festakt eröffnet. Mit regelmäßigen Sonderausstellungen wurden schon vorher ortsgeschichtliche Themen schlaglichtartig beleuchtet.

 

Außerdem zu sehen ist die von Eberhard Voss zusammen gestellte Abteilung "Vor- und Frühgeschichte". In ihr werden Fossilien und archäologische Funde aus Hirschaid und Umgebung gezeigt. Sie weisen nach, dass das Regnitztal bereits seit der Altsteinzeit durchgehend besiedelt ist. Während der keltischen und germanischen Besiedelung gelangte das Regnitztal zur Blüte. Aus einer großen keltischen Siedlung bei Altendorf und einer Fliehburg auf der Friesener Warte sind zahlreiche Fundstücke überliefert, die nicht nur von den kunsthandwerklichen Fähigkeiten der Bewohner, sondern auch vom regen Handel mit den Römern zeugen.

 

Im zweiten Stock der Alten Schule ist ab Advent 2007 auch die umfangreiche Krippensammlung des Ehepaares Inge und Hubert Patzelt zu sehen. In jahrzehntelanger Sammeltätigkeit haben sie über 300 Krippen aus aller Welt gesammelt. Die Spanne reicht von Darstellungen aus Afrika oder Südamerika bis hin zu Exponaten der typisch fränkischen Krippenkultur. Die Sammlung war in den vergangenen Jahren in der Weihnachtszeit stets ein Besuchermagnet, der vielen tausend Krippenfreunde anzog und ist jetzt dauerhaft ausgestellt.

 

Konzept Dauerausstellung

 

Grundlage für eine Aufarbeitung der Ortsgeschichte Hirschaids ist die Lage an der mittelalterlichen Fernstraße zwischen Nürnberg und Bamberg / Erfurt. Ab dieser Zeit wurde diese günstige geographische Lage im Regnitztal für Handel und Verkehr genutzt. Bis heute profitiert Hirschaid von seinen Verkehrswegen, sie sollen den Leitgedanken der Museumskonzeption bilden.

Dadurch war Hirschaid trotz seiner überwiegend ländlichen Struktur stets gewissermaßen "in Sichtweite" des politischen und wirtschaftlichen Geschehens in Europa. Es ist also für die Geschichte Hirschaids sinnvoll, sie mit der überregionalen Entwicklung in Beziehung zu setzen.

 

Eine Umsetzung dieses Gedankens wird verknüpft mit den räumlichen Gegebenheiten in den Museumsräumen: die stark durchfensterten, hohen Räume sollen sichtbar bleiben, da auch das Gebäude als Exponat eigens behandelt wird.

Die erste urkundliche Erwähnung Hirschaids geschah 1079, als Kaiser Heinrich IV., wzei Jahre nach seinem Gang nach Canossa, auf der Reise von Bamberg nach Regensburg eine Grundstücksübertragung unterzeichnete. So geschehen in "Hirzheide" wo Kaiser und Ministeriale aufeinander trafen.

In den nachfolgenden Jahrhunderten war die Geschichte Hirschaids von der Lage an der wohl meistbenutzten Fernstraße des Reiches geprägt. Welche Auswirkungen diese Lage auf Dorfstruktur und Bewohner hatte, ist der zentrale Gedanke des Museumskonzeptes. Von der mittelalterlichen "Autobahnraststätte" bis zum modernen Gewerbestandort mit hoher Lebensqualität spannt sich der Bogen des Museums "Alte Schule".